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Haas (1949). In der Beeck, M.: Psychische und charakterliche Veränderungen hei Hungerzuständen. Hippokrates 1949, 2 (44-47).. Psyche – Z Psychoanal., 3(9):693.

(1949). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 3(9):693

In der Beeck, M.: Psychische und charakterliche Veränderungen hei Hungerzuständen. Hippokrates 1949, 2 (44-47).

Review by:
  Haas

Verfasser berichtet über seine Beobachtungen in Gefangenschaft und in der Heimat. Der akute Hungerzustand rief Reaktionen hervor, die für den außenstehenden Beobachter „abnorm“ erscheinen mögen, für die Beteiligten selbst aber eine Form der „Anpassung“ waren. So bekam zum Beispiel die „Stellen-Jägerei“ die Bedeutung der Nahrungs mitteljagd (in den deutschen Gefange nenlagern inRußland war für diese Stellenjäger der Ausdruck Kaschisten gebräuchlich; Kascha war eine bestimmte Breimahlzeit [Referent]). Ferner ge wann eine genau überwachte Verteilungszeremonie des Essens innerhalb einer Zeilgemeinschaft eine bedeutende Rolle, die häufig trotz des peinlichst eingehal tenen Gerechtigkeitszeremoniells der An laß zu Streitigkeiten war. Wie über haupt die allgemein erhöhte Reizbar keit bis hin zu paranoiden Reaktionen eins der wesentlichsten Kennzeichen des Hungerzustandes ist. Ebenso charakte ristisch sind die Wachund Schlaf träume über Essen, das monomane Gesprächs thema Kochrezepte, das Umhergetriebenwerden auf der Suche nach etwas Eßbarem und sei. es aus Abfalltonnen, und schließlich der Tauschhandel, alle Varianten der Bettelei, Schiebung und Diebstahl. Alle diese Reaktionen sind auch für den chronischen Hungerzustand kennzeichnend. Aber während im akuten Hunger die Beteiligten im allge meinen noch ein sehr scharfes Bewußt sein für ihre Handlungsweisen haben, kommt es im chronischen H ungerzu stand zu einem allmählichen Verfall der ethischen Grundsätze. Den einzelnen ergreift eine Gleichgültigkeit gegenüber den moralischen Verpflichtungen seines Gewissens. Einhergeht damit auch die äußerliche Vernachlässigung der persönlichen Haltung. Die zunehmende Ein engung der Persönlichkeit, der Verlust der Selbstkritik führt schließlich zu der antriebsarmen Abstumpfung der „un complaining animals“ (The Dark Side of the Moon).

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