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Schmeißer (1951). Welzel, Hans: Vom irrenden Gewissen. Eine rechtsphilosophische Studie. Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1949. 28 Seiten.. Psyche – Z Psychoanal., 5(8):130-131.

(1951). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 5(8):130-131

Welzel, Hans: Vom irrenden Gewissen. Eine rechtsphilosophische Studie. Verlag J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen 1949. 28 Seiten.

Review by:
  Schmeißer

Die hier vorliegende gedrängte Abhandlung ist ein „Gang durch die Geschichte eines zentralen Gewissensproblems“, das in den großen politischen Prozessen der letzten Jahre immer wieder im Mittelpunkt der Untersuchungen über die Schuldfrage stand und das von Radbruch — dem die vorliegende Schrift gewidmet ist — in seiner 1946 erschienenen, heute schon klassisch gewordenen Abhandlung über „Gesetzliches Unrecht und übergesetzliches Recht“ von einer anderen Seite her behandelt wurde. Während es bei Radbruch um das Problem des „überpositiven Unrechts“ ging, tritt hier das Problem der „überpositiven Schuld“ hinzu. Kant hat die Frage, um die es geht, in seinen Vorlesungen über Ethik zusammengefaßt: „Wer einem irrenden Gewissen gemäß handelt, der handelt seinem Gewissen gemäß; tut er es aber, so ist seine Handlung zwar fehlerhaft, sie kann ihm aber nicht zum Verbrechen angerechnet werden.“ In einem Streifzug durch die Geschichte der Philosophie erscheint das Problem in immer wechselnder Beleuchtung. So überrascht es zum Beispiel, daß Thomas von Aquin dem schuldlos irrenden Gewissen verpflichtende Kraft beimaß: wer aus schuldlos irrendem Gewissen annehme, der christliche Glaube sei etwas Schlechtes, sei in seinem Gewissen verpflichtet, sich von ihm fernzuhalten. Er zog sich aber aus den sich hierbei ergebenden Schwierigkeiten bei der Behandlung der Ketzer mitHilfe der ‚unwiderleglichen Vermutung‘, daß nach Annahme des Glaubens durch die Taufe ein schuldloser Irrtum nicht mehr möglich sei. Der Theatinermönch Philippus hat die sich aus dem Gewissensirrtum ergebenden Fragen in verdienstvoller Weise in seinem großen Werk „De privilegiis ignorantiae“ (1678/1692) behandelt und durch eine umfangreiche Kasuistik bereichert. (Man gewinnt auch aus diesem Hinweis den Eindruck, daß die Arbeit der mittelalterlichen Moraltheologen zu Unrecht in Vergessenheit und Verachtung geraten ist.)

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