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Thomä (1951). v. Keyserlingk, H.: Psychopathische Persönlichheiten, ihre Kriminalität und ihre Stellung vor dem Gesetz. Psychiatrie, Neurologie und Medizinische Psychologie, 3. Jahrgang, Heft 6, Seite 180-190, Heft 7, Seite 207-221.. Psyche – Z Psychoanal., 5(8):150-151.

(1951). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 5(8):150-151

v. Keyserlingk, H.: Psychopathische Persönlichheiten, ihre Kriminalität und ihre Stellung vor dem Gesetz. Psychiatrie, Neurologie und Medizinische Psychologie, 3. Jahrgang, Heft 6, Seite 180-190, Heft 7, Seite 207-221.

Review by:
  Thomä

Die umfangreiche Arbeit stützt sich auf Untersuchungen an 801 Personen, die in den Jahren 1920-1950 in der psychiatr. Univ.-Klinik Jena auf ihre strafrechtliche Zurechnungsfähigkeit (§ 51, 1 u. 2 StGB.) begutachtet wurden. 352 Begutachtete wurden als psychopathische Persönlichkeiten bezeichnet. In der Zusammenstellung rangieren an erster Stelle Sittlichkeitsverbrecher. Die Statistik ist aufgeschlüsselt und wird mit anderen Statistiken verglichen, es findet sich eine ausführliche Kasuistik. Als Bedingung der Billigung des § 51, 2 (verminderte Zurechnungsfähigkeit) für Psychopathen wird nach Kurt Schneider verlangt, daß „die spezielle psychopathische Artung im Zusammenhang mit der Art des Deliktes stehen müsse“. Kurt Schneiders Definition der Psychopathie nimmt Verfasser zur Ausgangsposition: „Die psychopathischen Persönlichkeiten sind solche abnormen Persönlichkeiten, die an ihrer Abnormität oder unter deren Abnormität die Gesellschaft leidet.“

Eingehend wird über die Begutachtung perverser Personen abgehandelt. Anomalien auf sexuellem Gebiet werden nach der allgemeinen Auffassung nicht zu den psychopathischen Persönlichkeiten gerechnet. Verfasser vertritt demgegenüber die Meinung, daß man das Triebleben nicht völlig vom Persönlichkeitsbegriff abtrennen und herausnehmen könne, und übt Kritik insbesondere an der heute noch geübten Behandlung der Homosexuellen vor Gericht.

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