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Stollreiter-Butzon, L. (1952). PSYCHOSOMATISCHE PROBLEME BEI QUERSCHNITTSGELÄHMTEN. Psyche – Z Psychoanal., 5(10):598-607.

(1952). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 5(10):598-607

PSYCHOSOMATISCHE PROBLEME BEI QUERSCHNITTSGELÄHMTEN

Leonie Stollreiter-Butzon

Beim Umgang mit zahlreichen, monatelang stationär behandelten Querschnittsgelähmten fiel auf, daß bei durchaus vergleichbarem Klinischen Bild der Krankheitsverlauf bei den einzelnen Kranken recht unterschiedlich, bald unauffällig, bald durch wiederholte Komplikationen charakterisiert war. Zu beiden Gruppen gehörten Kranke mit Querschnittssyndromen verschiedener Ätiologie, wie Multiple Sklerose, parainfektiöse Myelitis, Neuromyelitis optica, traumatische Rückenmarksläsionen, Wirbelerkrankungen und andere, also Krankheitsbilder, die ein langes Krankenlager bedingen (Querschnittslähmungen infolge metastasierender maligner Tumoren mit rasch deletärem Verlauf scheiden bei dieser Betrachtung aus). Das neurologische Bild variierte also hinsichtlich der Art des Prozesses und der genauen segmentalen Lokalisation der kompletten Querschnittsläsion innerhalb des Brust- oder Lendenmarkes und des Charakters der Paraplegie — schlaff oder spastisch; grundsätzlich gleich war aber die Zweiteilung des Körpers in einen gesunden oberen und einen völlig gelähmten und unempfindlichen unteren Teil. Verglichen wurden nur jene Kranke, bei denen sich auch Infektionsherde — wie chronische Zystitis mit dauernd pathologischem Sedimentbefund, ausgedehnte Decubitalgeschwüre — entwickelt hatten. — Wenn auch der eindeutige und oft grundsätzliche Unterschied im Verlauf von Querschnittslähmungen mit den genannten gemeinsamen klinischen Kriterien weitgehend bekannt ist, so wird diese auffallende Diskrepanz im bisherigen Schrifttum doch meist nur beiläufig erwähnt und eine Deutung nur von der rein organneurologischen Seite her versucht (Art und Ausmaß der anatomischen Rückenmarksläsion und so weiter).

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