Customer Service | Help | FAQ | PEP-Easy | Report a Data Error | About
:
Login
Tip: To quickly return to the issue’s Table of Contents from an article…

PEP-Web Tip of the Day

You can go back to to the issue’s Table of Contents in one click by clicking on the article title in the article view. What’s more, it will take you to the specific place in the TOC where the article appears.

For the complete list of tips, see PEP-Web Tips on the PEP-Web support page.

Riefstahl (1955). PSYCHOTHERAPIE UND TIEFENPSYCHOLOGIE: Fromm, Erich: Psychoanalyse und Ethik. Aus dem Amerikanischen übersetzt von P. Stapf und I. Mühsam. Stuttgart und Konstanz (Diana-Verlag) 1954. 272 Seiten.. Psyche – Z Psychoanal., 9(4):721-724.

(1955). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 9(4):721-724

BUCHBESPRECHUNGEN

PSYCHOTHERAPIE UND TIEFENPSYCHOLOGIE: Fromm, Erich: Psychoanalyse und Ethik. Aus dem Amerikanischen übersetzt von P. Stapf und I. Mühsam. Stuttgart und Konstanz (Diana-Verlag) 1954. 272 Seiten.

Review by:
  Riefstahl

Der Glaube an den Menschen scheint überall außerhalb Deutschlands stärker zu sein als in Deutschland, außerhalb Europas stärker als in Europa selbst, obwohl er doch von hier ausgegangen ist. Die humanistische und rationalistische Tradition, die seit dem 17. und 18. Jahrhundert besonders in den angelsächsischen Ländern bis heute fast ungebrochen lebendig ist, weist dem Menschen die Aufgabe zu, alle Anlagen und Kräfte seiner Persönlichkeit zu entwickeln und im Vertrauen auf die Vernunft seine Beziehungen zum Mitmenschen und zur Welt zu gestalten. Auch Fromm ist davon durchdrungen, daß der Mensch keinen höheren Auftrag haben kann, als sein Menschentum voll zu entfalten und „Mensch um seiner selbst willen“ zu sein, wie der Titel seines erfolgreichen früheren Buches („Man for himself“) lautet. Wenn er auch die prekäre und tragische Situation des Menschen mit seiner Existenz überhaupt und gegenuUber den Wert-Konflikten nicht verkennt (Seite 54 ff., 111, 238, 258 ff.), so behält er dennoch die unbedingte Zuversicht, der Mensch werde aus eigener Kraft und Vernunft Herr seiner selbst und des Schicksals werden. Aristoteles, Spinoza, Spencer, Dewey, und nicht zuletzt Freud sind hierfür seine Gewährsmänner. Es läßt sich leicht ermessen, welche Bereitschaft und Dankbarkeit heute eine Deutung und Lehre finden muß, die dem Menschen wieder Mut zu sich selbst macht und ihm die Möglichkeit einer Erfüllung aus seinem eigenen Vermögen verheißt, wenn er dies nur selber will.

Als Fromms Hauptverdienst erscheint uns, daß er die Funktion der Psychoanalyse von einer individuellen zu einer sozialen, von einer klinischen zu einer kulturellen und von einer analytischen zu einer produktiven und existentiellen ausweitet, womit er zwar an Freuds Werk anschließt, es aber doch entschieden weiterführt auf eine Anthropologie, Charakterologie und Kulturkritik hin. Freuds Beschäftigung vornehmlich mit dem prägenitalen Charakter will Fromm ergänzen durch die Darstellung des genitalen Charakters, der gereiften normalen Persönlichkeit (Seite 98); im übrigen ist die Polemik gegen Freud sehr behutsam und bezieht sich eigentlich nur auf dessen Überschätzung des sexuellen Moments (Seite 72 f., 203 f).

[This is a summary or excerpt from the full text of the book or article. The full text of the document is available to subscribers.]

Copyright © 2019, Psychoanalytic Electronic Publishing, ISSN 2472-6982 Customer Service | Help | FAQ | Download PEP Bibliography | Report a Data Error | About

WARNING! This text is printed for personal use. It is copyright to the journal in which it originally appeared. It is illegal to redistribute it in any form.