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Stauder, K.H. (1955). ÜBER DEN PENSIONIERUNGSBANKROTT. Psyche – Z Psychoanal., 9(9):481-497.

(1955). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 9(9):481-497

ÜBER DEN PENSIONIERUNGSBANKROTT

K. H. Stauder

Die Problematik der „Altersdepressionen“ unter tiefenpsychologischen Aspekten zu revidieren, wäre ebenso reizvoll wie dringend geboten. Doch würde ein solches Beginnen den Rahmen des Aufsatzes sprengen. Diese Mitteilung beschränkt sich auf gewisse Formen der „Altersdepression“, die nach meinen Erfahrungen zunehmen und fast regelmäßig verkannt werden. Um es vorwegzunehmen: die Krankheitszustände, von denen hier berichtet wird, sind — zum Teil in Kliniken — als endogene (reaktive, provozierte, klimakterische) Melancholien diagnostiziert und vergeblichen Schockbehandlungen unterworfen worden, während es sich um biographisch definierbare Neurosen gehandelt hat, die sich psychotherapeutisch auflösen ließen. Die Fehldiagnosen beweisen, daß es in allen Fällen um schwere und anhaltende Depressionszustände ging, die selbst psychiatrische Experten zu täuschen vermochten, und daß die phänomenologische Differentialdiagnose allein zu ihrer Abgrenzung nicht ausreichte.

Zunächst ein Beispiel:

Ein 63jähriger höherer Verwaltungsbeamter wird mir — etwa drei Jahre nach dem Kriege — von seiner Tochter wegen einer schweren, schon zwei Jahre anhaltenden Depression zur Untersuchung gebracht. Er sieht vorgealtert, abgemagert aus und ist äußerlich beinahe verwahrlost. Er war bis 1946 psychisch unauffällig, galt als ausgezeichneter, ruhiger und ehrgeiziger Beamter (Rückfragen bestätigen es). Er überdauerte alle Regierungswechsel, weil man offenbar auf seine Spezialkenntnisse nicht verzichten konnte und wurde auch unter jedem Regime befördert. Als einer der wenigen politisch Unbelasteten war er nach dem Zusammenbruch 1945 sogar von einer besonderen tätigen Beschwingtheit (die in der Klinik als hypomanisches Präludium gedeutet worden war) — im Grunde aber wohl nur deshalb, weil er damals hoffte, an die Spitze seiner Behörde aufzurücken. Statt dessen wurde er zu seiner Überraschung versetzt, von seinem neuen Chef bald kritisiert und „schlecht behandelt“.

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