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Kemper, W. (1956). ÜBER DAS PROSPEKTIVE IM TRAUM. Psyche – Z Psychoanal., 9(10):561-583.

(1956). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 9(10):561-583

ÜBER DAS PROSPEKTIVE IM TRAUM

Werner Kemper

I

Alles was den Eindruck erweckt oder gar den Anspruch erhebt, Prospektives zu enthalten, also auf Zukünftiges hinzuweisen, hat von jeher die Menschheit in seinen Bann gezogen. Wenn es sich dabei nicht nur um einen vagen Eindruck handelt, sondern wenn von wissenschaftlich ernst zu nehmender Seite mit dem Wissen um die volle Tragweite einer solchen Aussage ausdrücklich behauptet wird, daß es Manifestationen des menschlichen Seelenlebens gebe, in denen solch prospektive Potenz regelmäßig anzutreffen sei, so muß das uns als Tiefenpsychologen aufs äußerste interessieren.

C. G. Jung und die seiner Schule Nahestehenden wollen bekanntlich dem Traum diese Fähigkeit des Prospektiven — zum mindesten grundsätzlich — zuerkennen. Zum Beispiel lasse sich während einer psychoanalytischen Behandlung oftmals eindeutig aufzeigen, daß die Träume, in ihrer Folge gelesen, mehr als nur eine Widerspiegelung der in Gang befindlichen inneren Entwicklung seien. Sie sollen dem Kundigen auch schon die künftigen Entwicklungen in erkennbarer Form aufzeigen. Der Traum wäre sogar nicht nur Hinweis auf dieses Zukünftige, sondern bereits dessen erste gleichsam virtuell verwirklichte Vorwegnahme. Der Mensch „wisse“ und verwirkliche demnach im Traume schon mehr von seiner Zukunft, als ihm selbst bewußt sei.

Gegenüber derartigen auf praktische Beobachtung gestützten Aussagen von solcher Tragweite muß die so ganz andere Einstellung der Freud schen Schule zu diesem Thema auffallen: Vorsichtige Zurückhaltung, die eher den Eindruck der Interesselosigkeit für dieses doch zweifellos besonders wichtige Problem erwecken könnte. Das wirkt um so überraschender, als es bekanntlich Freud selber war, der 1900 mit seinem grundlegenden Werk „Die Traumdeutung“ den Traum überhaupt erst wieder wissenschaftlich „hoffähig“ gemacht hat, wir also bei ihm eine spezielle Sachkenntnis und ein ebenso spezielles Interesse für alles, was den Traum betrifft, voraussetzen müssen.

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