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Schraml (1956). Möbus, Gerhard: Die Macht der Eltern; Lebensentscheidungen in den ersten Lebensjahren. Berlin 1954. 146 Seiten. 6,80 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 9(12):937.

(1956). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 9(12):937

Möbus, Gerhard: Die Macht der Eltern; Lebensentscheidungen in den ersten Lebensjahren. Berlin 1954. 146 Seiten. 6,80 DM.

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  Schraml

Das Büchlein wendet sich an Eltern und stellt ihnen eindrucksvoll ihre Macht — und darum impliziert ihre Verantwortung — in der Entwicklung der Kinder vor Augen. Von einer christlich-katholischen Warte erörtert der Autor die Bedeutung der Mutter- und Vater-Persönlichkeiten für die seelische Entwicklung und legt den Akzent auf das Prägende der frühkindlichen Erlebnisse. Das hier in mahnend-weisender und bildhaftgleichnisartiger Sprache Dargestellte geht im wesentlichen mit den Ergebnissen der dynamischen Entwicklungspsychologie überein. Man glaubt mancherorts im Buche die anthropologische Folie von Michels Ehebuch durchschimmern zu sehen.

Von Interesse und bereichernd für den kinderpsychologischen und psychotherapeutischen Fachmann ist die aus der Weltliteratur ausgewählte und interpretierte Kasuistik. So werden Droste-Hülshoffs „Judenbuche“, Gottfried Kellers „Kleider machen Leute“ und Grillparzers „Armer Spielmann“ als Beispiele für den „Mißbrauch der elterlichen Macht und dessen schicksalshafte Auswirkungen“ dargestellt. Die heilende Macht der Liebe — als ein trotz allem Mißtrauen und entstandener Beziehungsschwierigkeiten Verstehen und Annehmen — erleben wir an Kellers „Armer Baronin“ und Adalbert Stifters „Brigitta“. Die sowohl ungemein schwierige als auch delikate Aufgabe der entwicklungspsychologischen Interpretation der Kindheitsgeschichte der „Hl. Theresia von Lisieux“ an Hand ihrer Autobiographie „Geschichte einer Seele“, unternimmt der Autor, um „jene unvergleichliche Verbindung von Übernatürlichem und Natürlichem in der Familie“ sichtbar werden zu lassen.

Wir sind dem Autor sehr verpflichtet für seine „Schatzgräberarbeit“, da er uns aus dem Reichtum der Dichtung exemplarisches Gut zum Vergleich und zur Anreicherung unserer eigenen Erfahrungen erarbeitete.

Um so bedauerlicher ist die recht primitive und anachronistisch anmutende Kritik an Freuds Theorie der kindlichen Sexualität. Es fehlt ihr der Charakter einer echten Auseinandersetzung, und man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, als handle es sich hier um ein „Cave canem“ für den „gefährdeten“ Laienleser.

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