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Balint, M. (1958). DIE PSYCHOTHERAPEUTISCHE AUSBILDUNG DES MEDIZINSTUDENTEN. Psyche – Z Psychoanal., 12(1):73-80.

(1958). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 12(1):73-80

DIE PSYCHOTHERAPEUTISCHE AUSBILDUNG DES MEDIZINSTUDENTEN

Michael Balint

Translated by:
K. Hügel

Man ist sich heute wohl darüber einig, daß eine Ausbildung des Medizinstudenten in Psychotherapie wünschenswert ist, besteht doch das Tagewerk des heutigen Arztes, sei er praktischer Arzt oder Facharzt, mindestens zur Hälfte aus der Behandlung psychischer Probleme seiner Patienten. Das psychische Problem kann die ganze Krankheit sein oder als Folge oder Begleiterscheinung einer körperlichen Erkrankung auftreten; welches immer der Ursprung sein mag, seine Behandlung bildet einen Teil der Kur. Natürlich sind manche Forscher, darunter ich selbst, der Meinung, daß jegliche Therapie, angefangen mit der Verschreibung einer einfachen Hustenmedizin oder Salbe bis zur kompliziertesten Operation oder langdauernden diätetischen Kur einer chronischen Krankheit, unweigerlich auch Elemente von Psychotherapie enthält und man sich dessen bewußt sein sollte. Aber selbst wenn wir darin zu weit gingen, so ist es durchaus realitätsgerecht zu fordern, daß jeder Medizinstudent auch etwas von Psychotherapie verstehen sollte.

Sogleich erheben sich jedoch verschiedene Probleme. Wir müssen uns fragen, was in einer psychotherapeutischen Ausbildung gelehrt werden soll, und wie und wann diese Ausbildung stattfinden und wer sie erhalten soll. In England müßten wir auch noch fragen, wer sie durchführen soll. Dies sind fünf peinliche Fragen, die ich an dieser Stelle nicht befriedigend beantworten kann, aber ich hoffe doch, wenigstens klarstellen zu können, worin die Schwierigkeiten liegen.

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