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Biermann, G. (1958). Von Hentig, Hans: Der Desperado, Ein Beitrag zur Psychologie des regressiven Menschen. Berlin-Göttingen-Heidelberg (Springer-Verlag) 1956, 236 Seiten, broschiert 19,80 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 12(4):762.

(1958). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 12(4):762

Von Hentig, Hans: Der Desperado, Ein Beitrag zur Psychologie des regressiven Menschen. Berlin-Göttingen-Heidelberg (Springer-Verlag) 1956, 236 Seiten, broschiert 19,80 DM.

Review by:
G. Biermann

Ein bekannter Kriminologe schildert am Beispiel der Staatenbildung Nordamerikas die Möglichkeiten regressiven Verhaltens des Menschen im Kampf um neue soziale Ordnungen und Verpflichtungen. Aus der Erfahrung eines 15 jährigen Lebens in der Welt des „Wilden Westens“ analysiert Verfasser die Probleme primitiver Gesellschaftsbildung. Unter dem äußeren Druck deletärer Lebensbedingungen wird die noch locker gefügte Daseinsform der Domestikation aufgegeben, und der Mensch sinkt zum de-zivilisierten Menschen ab. Ursprünglich lediglich Einsamer und Ausgestoßener, wird der „Outlaw“ zum „Desperado“, dessen späten Nachfahren wir im Gangster amerikanischer Großstädte erblicken.

Die Kräfte der Umwelt, Natur und Tierwelt, besonders aber der Mensch selber formen das Bild des Desperados, dessen vielfältige psychologische Erscheinungen des Spielers, Geltungssüchtigen, Gehetzten, Kriminellen, Geistesgestörten und Trinkers Verfasser in meisterhaften Situationsschilderungen lebendig werden läßt. Der Leser erlebt die Entfaltung Amerikas in den großen Bewegungen des Bürgerkrieges, der Sklavenbefreiung, des Goldrausches und der Erschließung der westlichen Provinzen mit. So erhalten wir tiefere Einblicke in das soziale Experiment einer Staatenbildung unseres Zeitalters.

Das traumatische Erleben der Allmacht einer absoluten technischen Überlegenheit über hilflose Primitive mobilisiert beim infantilen Desperado niedrigste Instinkte der Gewalttätigkeit, wie Verfasser am Beispiel der Indianer- und Negerfrage zeigt.

Die Schilderung des Desperado macht mit einer, auch aus dem Tierreich bekannten, Möglichkeit der Artverwilderung bekannt, dessen makabre Daseinsform des Homo lupus auch jüngste Zeitepochen europäischer Völker maßgebend prägte. Dieses zu sehen und mit wissenschaftlicher Objektivität zu bearbeiten, könnte zu einer Möglichkeit des Abbaues massiver neurotischer Verdrängungen werden.

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