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Bräutigam, W. (1959). Gegenwartsprobleme der Psychotherapie. Aus dem Arbeitskreis des Instituts für Psychotherapie und Tiefen-psychologie, Stuttgart. Stuttgart (Ernst Klett) 1959, 210 Seiten, 7,80 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 13(8):834-835.

(1959). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 13(8):834-835

Gegenwartsprobleme der Psychotherapie. Aus dem Arbeitskreis des Instituts für Psychotherapie und Tiefen-psychologie, Stuttgart. Stuttgart (Ernst Klett) 1959, 210 Seiten, 7,80 DM.

Review by:
W. Bräutigam

Die bunte Folge von kleinen praktischen und theoretisch vertiefenden Beiträgen, die den Stuttgarter Almanach schon immer charakterisierte, findet sich auch in dem des Jahres 1958. W. F. Seemann (Heidelberg) zeichnet noch einmal den Weg, die Persönlichkeit und das Werk Viktor von Weizsäckers, der über viele Jahre Förderer und Vorsitzender des Stuttgarter Institutes für Psychotherapie und Tiefen-psychologie war. Seemann stellt dabei vor allem das heraus, was Weizsäcker an dem Werk Freuds anzog und was ihm fremd war. von Weizsäcker gehört zu den wenigen Persönlichkeiten der deutschen Universitat, die sich bereits nach dem ersten Weltkrieg positiv zu vielen Einsichten der Psychoanalyse stellten und dies öffentlich kundtaten. Der ganzen Weite seiner Persönlichkeit nach behielt er gegenüber ihrer Lehre aber eine große Unabhängigkeit, so hielt er z. B. den für die psychoanalytische Theorie so wichtigen Triebbegriff für unwirklich und überflüssig. — In allen weiteren Beiträgen, deren Einzelreferat hier nicht möglich ist, zeigt sich ein lebendiges Bemühen um eine Durchdringung der übernommenen tiefenpsychologischen Begriffe und auch ein Fragen nach der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation sowie ihrer Bedeutung für die Tie fenpsychologie. So, wenn Jutta von Graeverritz in ihrem Uberblidc über nche gegenwartige Lage der Psychotherapie in Deutschland” die Beziehung zwischen Therapeut und Patient mit dem Fachwort Übertragung unzureichend bezeichnet findet, und auch eine nachgelassene Diskussionsbemerkung von Felix Schottlaender eine strenge Unterscheidung von Kontakt und projizierender Übertragung in der Analyse einführt. Schottlaender sieht eine natürliche positive Beziehung zwischen dem oft “ungesehenen”, d. h. von seinen Eltern nicht in seiner Eigenweltlichkeit angenommenen neurotischen Patienten und dem ihm Aufmerksamkeit schenkenden Therapeuten.

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