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(1970). Jugendbriefe Sigmund Freuds. Psyche – Z Psychoanal., 24(10):768-784.

(1970). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 24(10):768-784

Jugendbriefe Sigmund Freuds

Vorbemerkung: Die hier vorliegenden Briefe von Sigmund Freud an Emil Fluß, die er mit 16, 17 und 18 Jahren geschrieben, gehören zu den frühesten erhaltenen Schriftstücken Freuds. Aber ihre Bedeutung als Dokumente seiner Persönlichkeit geht weit über diese Tatsache hinaus.

Die freundschaftlichen Beziehungen der Familien Freud und Fluß stammen aus der Zeit, bevor Jacob Freud im Jahre 1859 seinen Wohnsitz in Freiberg aufgab. Damals war Sigmund drei Jahre alt, und erst mit 16 verbrachte er seine Ferien — von zwei Schulfreunden begleitet — als Gast der Familie Fluß wieder in Freiberg.

Es waren da drei Brüder: Emil, Richard und Alfred, und zwei Schwestern. Von der älteren, Gisela, schreibt Freud in einem (unveröffentlichten) Brief vom 28. 10. 1883 an seine Braut: „Hab ich Dir einmal erzählt, daß Gisela meine erste Liebe war, als ich 16 Lenze zählte? Nein, nun denn lach mich ordentlich aus, erstlich wegen meines Geschmackes und dann weil ich nie ein neutrales, geschweige liebenswürdiges Wort mit dem Kind gesprochen habe. Wenn ich mir's jetzt überlege, so war ich damals durch das Wiedersehen meiner Heimat weich geworden.“

Die Briefe haben eine seltsame Geschichte, die wohl Erwähnung verdient. Sie wurden in den dreißiger Jahren in Wien Dorothy Burlingham zum Kauf angeboten, die sie erwarb und ihrer Freundin Anna Freud zum Geschenk machte. Diese heute beinahe 100 Jahre alten Blätter waren verblaßt und beinahe unleserlich geworden, und das mag die Erklärung dafür sein, daß sie verhältnismäßig unbeachtet blieben. Nach dem Einzug der Nazis in Wien nahm Marie Bonaparte sie zusammen mit anderen Dokumenten sicherheitshalber nach Paris mit und gab sie bei ihrem ersten Besuch in London wieder zurück.

Der einzig leichter lesbare Brief wurde 1941 in der Zeitschrift ‚Imago‘, London, Heft I veröffentlicht und später als erster Brief in die Sammlung ‚Sigmund Freud, Briefe 1873-1939‘ aufgenommen. Ernest Jones zitiert in seiner großen Freudbiographie Teile dieses ‚Matura-Briefes‘ und bemerkt bedauernd, daß er der einzige erhaltene sei.

Jahrelang schienen die Briefe verschollen, bis vor wenigen Monaten Masud Khan, als Archivar und Bibliothekar des British Institute of Psycho-Analysis, bei einer Kontrolle aller nach Jones' Tode dem Institute übergebenen Dokumente auf dieses Kuvert mit den Fluß-Briefen stieß und sie als Eigentum der Freud-Familie erkannte. Er war anscheinend mit vielen anderen persönlichen Papieren zu Jones gelangt und unerforscht geblieben.

Für die Veröffentlichung wurden die Originale durchleuchtet und vergrößert und der Text einwandfrei festgestellt.

Es scheint also, daß Emil Fluß sich Freuds scherzhafte Warnung: „Bewahren Sie auf, binden Sie zusammen, hüten Sie wohl — man kann nicht wissen“ zu Herzen genommen hat, und dafür gebührt ihm nachträglich unser Dank.

London, April 1969 E. L. Freud

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