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Schacht, L. (1976). Dolto, Françoise: Psychoanalyse und Kinderheilkunde. Frankfurt a. M. („Literatur der Psychoanalyse“, hg. von A. Mitscherlich, Suhrkamp) 1973, 301 Seiten, 20 DM. Psyche – Z Psychoanal., 30(3):294-295.
  

(1976). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 30(3):294-295

Dolto, Françoise: Psychoanalyse und Kinderheilkunde. Frankfurt a. M. („Literatur der Psychoanalyse“, hg. von A. Mitscherlich, Suhrkamp) 1973, 301 Seiten, 20 DM

Review by:
L. Schacht

In diesem 1939 als Dissertation verfaßten Buch verfolgt die Autorin die Absicht, den Kinderärzten grundlegende psychoanalytische Themen nahezubringen, wobei es ihr im wesentlichen um die Rolle des Ödipuskomplexes sowohl in der individualgeschichtlichen Entwicklung als auch im Hinblick auf die Ätiologie von funktionellen physischen Symptomen und Verhaltensstörungen geht.

Nachdem sie in einem umfangreichen theoretischen Teil ihr psychoanalytisches Konzept dargelegt hat — es handelt sich dabei um eine Einführung in die psychoanalytische Entwicklungspsychologie, im Rahmen derer sie der Darstellung des Ödipuskomplexes und der Abwehr der Kastrationsangst besondere Beachtung beimißt —, stellt sie im klinischen Teil anhand von Fallbeispielen ihre Arbeit mit Kindern vor. Dabei beschreibt sie eine Behandlungsmethode, die einer Fokaltherapie nahekommt und deren Ziel es ist, solchen Kindern zu helfen, die auf Grund ihrer psychischen Störungen zum Kinderarzt geschickt werden, aber keiner psychiatrischen Behandlung bedürfen. Dabei stützt sich F. Dolto auf Erfahrungen, die sie in der Zusammenarbeit mit einem Kinderkrankenhaus machen konnte; hier ergab sich die Notwendigkeit, auf eine langwährende Diagnostik zu Gunsten einer sofortigen und auch zeitlich begrenzten Therapie zu verzichten. Die von ihr dargestellte Behandlungsmethode nutzt das freie Spiel, die spontane Zeichnung und schließlich die Unterhaltung, um Kontakt zum Kind herzustellen. Als Grundlage der Aktion wird die Vertrauensbeziehung angesehen, die das Kind zum Therapeuten entwickelt.

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