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Stierlin, H. (1980). Krüll, Marianne: Schizophrenie und Gesellschaft. Zum Menschenbild in Psychiatrie und Soziologie. München (Beck, Schwarze Reihe) 1977. 214 S., 14,80 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 34(4):410-411.

(1980). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 34(4):410-411

Krüll, Marianne: Schizophrenie und Gesellschaft. Zum Menschenbild in Psychiatrie und Soziologie. München (Beck, Schwarze Reihe) 1977. 214 S., 14,80 DM.

Review by:
Helm Stierlin

Das Buch der Bonner Soziologin Marianne Krüll gibt einen Überblick über die psychosozialen Schizophrenie-Theorien und -Therapien, die in den letzten Jahrzehnten vor allem im angelsächsischen Raum entstanden sind; es stellt die Konzepte einer biogenetischen und soziogenetischen Schizophrenie-Sicht einander gegenüber; es greift schließlich Fragen und Perspektiven auf, die sich aus einer soziogenetischen Schizophrenie-Theorie ergeben.

Marianne Krülls erstes Anliegen — die systematische Darstellung moderner psychosozialer Schizophrenie-Theorien — füllt eine Lücke im Lehrangebot für deutschsprachige Studenten der Psychologie und Psychiatrie. Sie erfaßt die psychosoziale Schizophrenieforschung zwar nicht vollständig, arbeitet aber deren Prinzipien klar heraus und faßt die bahnbrechenden Einsichten von Bateson, Lidz, Laing, Wynne und anderen Pionieren der Schizophrenie-Forschung zusammen.

Frau Krülls zweite Hauptthematik — die Gegenüberstellung einer biogenetischen und soziogenetischen Schizophrenie-Theorie — ergibt sich aus dem Aufbau ihres Buches. Innerhalb der biogenetischen Theorie sind die von Emil Kraeplin, Eugen Bleuler und anderen Psychiatern beschriebenen Symptome der Schizophrenie Folge und Ausdruck einer biologisch-organischen und insbesondere zentralnervösen Störung. Das Modell solchen Krankheitsverständnisses liefert die progressive Paralyse, eine auf einen spezifischen Krankheitserreger — die Spirochäta pallida — zurückführbare Hirnkrankheit. Dieses Modell entspricht geläufigen medizinischen Vorstellungen: Der Psychiater sieht sich als Mediziner, er postuliert eine Hirnpathologie, forscht nach hereditären Belastungen, behandelt mit Psychopharmaka, und ist distanzierter, statt teilnehmender Beobachter (im Sinne Sullivans). Der verstorbene deutsche Psychiater Weitbrecht stellt, Marianne Krüll zufolge, den Prototyp eines solchen distanzierten Beobachters dar.

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