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Lohmann, H. (1984). Horstmann, Ulrich: Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht. Wien/Berlin (Medusa) 1983. Br., 113 Seiten, 19,80 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 38(1):83-84.

(1984). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 38(1):83-84

Buchbesprechungen

Horstmann, Ulrich: Das Untier. Konturen einer Philosophie der Menschenflucht. Wien/Berlin (Medusa) 1983. Br., 113 Seiten, 19,80 DM.

Review by:
Hans-Martin Lohmann

Es gibt Schreckensmeldungen, die wegen ihrer Alltäglichkeit und dank der reibungslos funktionierenden Automatik des »Verdrängungsschutzes« (Rudolf Bilz) bzw. unserer »Apokalypse-Indifferenz« (Günther Anders) keinen Schrecken mehr verbreiten. Etwa diese: Daß, wie Experten errechnet haben, ein Nuklearkrieg, in dem 10 000 Megatonnen — das ist etwa die Hälfte des derzeit zur Verfügung stehenden Vernichtungspotentials — zu 90 Prozent über Europa, Asien und Nordamerika und zu zehn Prozent über Afrika, Lateinamerika und Ozeanien explodierten, 1,15 Milliarden Tote und 1,1 Milliarden Verwundete zur Folge hätte, womit die Hälfte der heutigen Erdbevölkerung betroffen wäre. Oder diese, kürzlich von dem Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg publizierte Geschichte: Daß ein Angehöriger der westeuropäischen Friedensbewegung den Generalsekretär der KPdSU brieflich gebeten habe, er möge den thermonuklearen Erstschlag gegen den Westen führen: »Es muß zum Äußersten kommen, um das Geringste zu retten. Ich will nicht sagen, daß es eine sehr humane Lösung ist, aber es scheint mir doch die einzige Not-Lösung zu sein.«

Wie, wenn man die ubiquitäre Abgestumpftheit gegen derlei apokalyptische Visionen nicht als kollektive psychische Selbstschutzleistung und Unlustvermeidung, als biologisch notwendige Überlebensstrategie deutete, sondern als unser geheimes Einverständnis mit der unabweisbaren Tatsache, daß der Homo sapiens und seine Kultur »zum Tode« sind? Wie, wenn man die täglichen Horrornachrichten über jetzigen und künftigen Mord und Totschlag nicht als Warnung und Mahnung verstünde, es nicht zum Schlimmsten kommen zu lassen, vielmehr als triumphalen Chorgesang der uns längst dämmernden Erkenntnis, »daß wir besser nicht da wären« (Schopenhauer)?

Der Münsteraner Anglist und Philosoph Ulrich Horstmann, mit den einschlägigen Selbstzeugnissen der Gattung bestens vertraut, hat ein schmales Bändchen publiziert, dessen Umfang sich umgekehrt proportional zu seinem inhaltlichen Gewicht verhält.

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