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Brede, K. (1984). Schaps, Regina: Hysterie und Weiblichkeit. Wissenschaftsmythen über die Frau. Frankfurt/New York (Campus) 1982. Kt., 212 Seiten, 28 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 38(1):89-90.

(1984). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 38(1):89-90

Schaps, Regina: Hysterie und Weiblichkeit. Wissenschaftsmythen über die Frau. Frankfurt/New York (Campus) 1982. Kt., 212 Seiten, 28 DM.

Review by:
Karola Brede

Die Hysterie stellt nicht nur ein Krankheitsbild mit einer Vielzahl an klinischen, psychischen wie körperlichen Ausdrucksformen für seelische Konflikte dar. Sie ist auch für die gesellschaftliche Urteilsbildung über die Frau bedeutsam. Durch die verschiedenen Beschreibungen »der« hysterischen Frau wird wissenschaftlich und literarisch ein bestimmtes Bild von Weiblichkeit vermittelt. Gleichwohl muß man berücksichtigen, daß die Herabsetzung der Frau durch die Pathologisierung und Psychiatrisierung ihrer Weiblichkeit heutzutage weniger leicht nachweisbar ist, als das für die Jahrhundertwende galt, auf die sich das Buch von Regina Schaps vorwiegend bezieht. Schaps sucht den »semantischen und metaphorischen Gehalt« (S. 8) des Hysteriebegriffs vor seiner »Neutralisierung« durch Freud auszuloten, ohne Freud freilich die Leistung seines Beitrags zur theoretischen und klinischen Aufklärung der Hysterie so recht zugestehen zu wollen (S. 145 ff.). Das Moment des »ganz Anderen« (S. 146) an der Weiblichkeit, das die allgegenwärtige männliche Präformierung weiblicher Identität transzendieren würde, finde sich nämlich, so Schaps, gerade in jenen kulturellen, in nicht unbeträchtlichem Umfang in der Medizin des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts hervorgebrachten Deutungen der Hysterie, die noch nicht unter Freuds Einfluß standen (Virchow, Charcot und Hellpach).

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