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Wetzel, M. (1984). Derrida, Jacques: Die Postkarte. Von Sokrates bis an Freud und jenseits. 1. Lieferung. Übersetzt von Hans-Joachim Metzger. Berlin (Brinkmann und Bose) 1982. 355 Seiten, kart., 60 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 38(2):186-191.

(1984). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 38(2):186-191

Derrida, Jacques: Die Postkarte. Von Sokrates bis an Freud und jenseits. 1. Lieferung. Übersetzt von Hans-Joachim Metzger. Berlin (Brinkmann und Bose) 1982. 355 Seiten, kart., 60 DM.

Review by:
Michael Wetzel

«Schöne Bücher« zählen heute zu den Seltenheiten eines Buchmarktes, wo das ästhetische Verhältnis zum Medium den ökonomischen Sachzwängen moderner Massenproduktion weichen muß. Nur Kleinverlage, hier der Berliner Verlag Brinkmann und Bose, wagen noch, den Luxus eines »geschmackvollen Rahmens« zum Editionsprogramm zu machen. Mit ihrer Publikation des jüngsten Buches des französischen Philosophen Jacques Derrida haben Brinkmann und Bose jedoch nicht nur ein schönes Buch vorgelegt, sondern zugleich einen verlegerischen Mut bewiesen, der der Risikomüdigkeit vieler deutscher Verlage gegenüber nicht genügend gewürdigt werden kann. Darüber hinaus hat man die Edition der 1980 in Paris erschienenen »La carte postale« mit einem weiteren Reiz auszustatten gewußt: noch vor der Lektüre umfängt den Leser gewissermaßen ein »französisches Flair«, indem man die in Frankreich weitaus länger praktizierte Gepflogenheit wiederaufgegriffen hat, das Buch »unaufgeschnitten« aufden Markt zu bringen. Erst der »Schnitt«, der »Einschnitt« ins Buch verschafft Zugang zum Genuß desselben, und, wie bald deutlich wird, die Wahl dieser Präsentation hat durchaus inhaltliche Relevanz. Apriori wird der Leser bereits auf eine »Übertragungsebene« versetzt, auf der das Buch buchstäblich als »Körper« des Wissens erscheint und die Lektüre jenen symbolischen »Kastrations-/Deflorationsakt« inszeniert, um dessen Geltung Derridas Denken seit geraumer Zeit kreist.

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