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Dahmer, H. (1985). Zur Genealogie des »Es«. Psyche – Z Psychoanal., 39(2):97-100.

(1985). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 39(2):97-100

Editorial

Zur Genealogie des »Es«

Helmut Dahmer

Der Glanz von Theorien, die Epoche gemacht haben, läßt die Tradition verblassen, aus der sie hervorgegangen sind. Je mehr die Geistesgeschichte, die ihren Nährboden abgab, in Vergessenheit gerät, desto mehr scheint es den Späteren, solche Theorien seien unvermittelt dem Denken der Genien entsprungen. Die Bedeutung der großen theoretischen Entwürfe liegt aber weniger in der Invention als in der kühnen Kombination von zuvor Separiertem, in Änderungen des Blickwinkels, in der Radikalisierung von schon früher Gedachtem, in der Variation überkommener Terminologien zum Zweck der Artikulation neuer Erfahrungen. Die originellen Denker sind gerade solche, in deren Werk eine lange Tradition ausläuft, an ihr Ziel gelangt — in deren Produktion etwas von vielen Vorläufern und Zeitgenossen Geahntes, auch schon Formuliertes, seine »klassische« Prägung erhält. Wer mit der Geistesgeschichte sich vertraut macht, gewinnt den Eindruck, die großen Denker hätten sich, um originell sein zu können, erst einmal wie ein Schwamm mit Tradition vollgesogen. Wie Karl Rosenkranz in Hegel, sieht er in ihnen nicht den Pionier, sondern die »einsammelnde Herbstnatur«.

Die psychoanalytische Theorie und Therapie entsprang dem Unbehagen an unserer Kultur, deren Druck zu viele Individuen in die Neurose treibt. Ihnen will der freudianische Psychologe beistehen.

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