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Fliegner, J. (1995). Williams, Donna: Wenn du mich liebst, bleibst du mir fern. Eine Autistin überwindet ihre Angst vor anderen Menschen. Hamburg (Hoffmann und Campe) 1994. 336 Seiten, 38 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 49(12):1211.
  

(1995). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 49(12):1211

Buchbesprechung

Williams, Donna: Wenn du mich liebst, bleibst du mir fern. Eine Autistin überwindet ihre Angst vor anderen Menschen. Hamburg (Hoffmann und Campe) 1994. 336 Seiten, 38 DM.

Review by:
Jörg Fliegner

Es gab schon einmal etwas Einmaliges, ein Novum in der Fachliteratur und verfaßt in einer ergreifenden, klaren Sprache: Eine Erwachsene berichtet von ihrer autistischen Kindheit. So etwas war bisher ein Widerspruch wie die Tautologie des heißen Schnee. Möglich wurde seine Auflösung durch die Willensstärke von Donna Williams. Nun wurde diese Einmaligkeit wiederholt: Williams läßt den geneigten Leser in ihrem neuen Werk die Überwindung des Autismus' eindringlich miterleben.

Sie schildert, wie sie in therapeutischen Gesprächen die Distanz zu anderen verliert und die Nähe zu sich gewinnt. Wie sie soziale Kontakte gerade zu ihrer Familie und auch eine Partnerschaft neu erlebt. Wie unsicher für sie das neue Terrain ist, auf das sie sich wagt, das sie aber trotz großer und kleiner Schwierigkeiten meistert.

Nach der Lektüre dieses Buches erkennt man denn auch den tieferen Sinn des Originaltitels: aus einem Niemand nirgendwo wurde ein Jemand, zwar (noch) irgendwo, aber eine sich selbst und andere fühlende Persönlichkeit, die mittlerweile eine pädagogische Ausbildung abgeschlossen hat und nun in einer Schule für autistische Kinder arbeitet. Sie nutzt ihre Erfahrungen nicht nur auf individueller Ebene, sondern setzt sie nun konstruktiv für andere um, damit sie sie selbst werden. Denn ihr Credo lautet: »Der Autismus ist nicht ich.« Sie sieht ihn als ein Informationsverarbeitungs-Problem an, woraus sie denn auch den therapeutischen Schluß zieht, daß der Autismus überwunden werden könne – eine Absage an immer noch vorhandene Vorstellungen genetischer Dispositionen oder an eine Debilitätsdiagnose, formuliert nicht von einem Wissenschaftler, sondern entstanden aus Primärerfahrungen.

Dieses Buch ist für das interessierte Allgemeinpublikum ebenso zu empfehlen wie für den Fachmann. Es vermittelt Erkenntnisse und – im Wortsinne – Einsichten in das Phänomen Autismus, nicht in einen »Fall«, sondern in einen Menschen, verfaßt von Donna Williams über Donna Williams.

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