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Vogt, R. (1998). Einige Bemerkungen zu Judith Kraus. Psyche – Z Psychoanal., 52(11):1105-1107.

(1998). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 52(11):1105-1107

Einige Bemerkungen zu Judith Kraus Related Papers

Rolf Vogt

Wenn ein Mitherausgeber der PSYCHE und Mitglied ihrer Redaktionskonferenz glaubt, er müsse unbedingt einige persönliche Bemerkungen zu einem Aufsatz veröffentlichen, dessen Publikation er selbst zugestimmt hat, ist das alles andere als unproblematisch. Er kann seinen offiziellen Status nicht einfach ablegen und nur als private Person in Erscheinung treten. Seine Kommentare zu den bei der PSYCHE eingereichten Arbeiten werden üblicherweise in der Redaktionskonferenz diskutiert und tragen bei zur Annahme oder Ablehnung des Artikels. Damit ist seine Aufgabe beendet. Wenn diese sinnvolle Regel durchbrochen wird, sollten gewichtige Gründe dafür vorliegen. Ich denke, daß der Text von Judith Kraus ein solcher Grund ist.

Sein Gegenstand beinhaltet das emotional schwierigste Thema, das sich den deutschen Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern stellt; es rührt an die Wurzeln ihrer psychoanalytischen Identität. Sicherlich ist meine Absicht, mich zu dem Krausschen Artikel zu äußern, teilweise auch einem Wiedergutmachungswunsch dafür entsprungen, daß ich eine »Aggression« gegen zwei geschätzte Kollegen befürwortet habe; außerdem hat dabei ein Ärger über manche (sogar von mir für zutreffend gehaltene) Formulierungen von Frau Kraus ebenfalls eine Rolle gespielt. Der ausschlaggebende Grund für meine Stellungnahme ist jedoch die Sorge, daß die sich darauf beziehende Diskussion, vor allem unter deutschen Psychoanalytikern, in destruktiver und paranoider Weise entgleisen könnte, was erfahrungsgemäß in Deutschland bei NS-Themen allzu häufig geschieht.

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