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(1999). Aufruf zu den Generalständen der Psychoanalyse. Psyche – Z Psychoanal., 53(1):97-98.

(1999). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 53(1):97-98

Aufruf zu den Generalständen der Psychoanalyse

Das 20. Jahrhundert war eine Epoche der Angst und der Vernichtungen, deren Ausmaße nach und nach erkennbar wurden; zugleich war es eine Ära der Befreiung von mannigfachen Vorurteilen. Durch ihre klinische Praxis ebenso wie durch ihren Einfluß in den verschiedensten Bereichen der Kultur hat die Psychoanalyse zu dieser Befreiung beigetragen. Wie von Freud vorausgesehen, hat ihr Denken für Kunst und Wissenschaft, Literatur und Literaturkritik, für Philosophie, Geschichte und Soziologie neue Wege eröffnet.

Ungeachtet der in ihrer hundertjährigen Geschichte unter Beweis gestellten Kraft und Vitalität liegt es in der Natur der Psychoanalyse — und in der Natur des Unbewußten —, hartnäckige Widerstände auszulösen. Die psychoanalytischen Institutionen selbst, geschaffen, das Erbe Freuds zu wahren und die psychoanalytische Forschung zu fördern, haben neue rigide Strukturen entwickelt, die nicht selten den beabsichtigten Zielen tendenziell entgegenwirken. Die Institution ist zwangsläufig konservativ, das psychoanalytische Vorgehen dagegen innovativ, ja subversiv. Ein Ausgleich der beiden Tendenzen und der mit ihnen gegebenen Spannungen ist noch lange nicht gewahrt. Allzuoft beruht die in den Institutionen sich manifestierende Macht auf unaufgelösten Übertragungen sowie der Loyalität gegenüber einer herrschenden Ideologie und ihren Sprachkodes, die häufig genug eher dazu dienen, soziale und bürokratische Kontrollen zu erhalten als der Forschung neue Horizonte zu erschließen und unsere Erkenntnisse zu erweitern.

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