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PEP-Web Tip of the Day

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Buchholz, M.B. (1999). Stein Herbert: Freud spirituell. Das Kreuz (mit) der Psychoanalyse. Mit Texten von Medhananda. Leinfelden-Echterdingen (Bonz) 1997. 357 Seiten, 78 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 53(2):204-208.

(1999). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 53(2):204-208

Stein Herbert: Freud spirituell. Das Kreuz (mit) der Psychoanalyse. Mit Texten von Medhananda. Leinfelden-Echterdingen (Bonz) 1997. 357 Seiten, 78 DM.

Review by:
Michael B. Buchholz

Die Psychoanalyse hat für sich immer beansprucht, die Tiefen des menschlichen Lebens zu sondieren; sie hat sie »beobachtet«, wie man in moderner Theoriesprache sagen könnte. Ihr durchgängiger Gestus, das zu beobachten, was die Beobachteten an sich selbst nicht beobachten konnten, wurde zu einem subtilen Therapeutikum verfeinert, das dann heilend wurde, wenn die therapeutischen Beobachtungen so mitgeteilt werden konnten, daß sie das Selbstbeobachtungsrepertoire des Patienten erweiterten. Der spezifische Beobachtungsgestus begründete weiter einen besonderen Typus des Wissens vom Unsichtbaren. Aber er wurde auch zu einer »Hermeneutik des Verdachts« (wie René Girard 1996 einmal formulierte) universalisiert, als man sich damit ununterbrochen wechselseitig »analysieren« konnte, wie schon Canetti in den 20er Jahren beobachtete. Der Gestus drang erfolgreich in den Alltag vor, die Psychoanalyse konnte scheinbar zu jedem Thema etwas sagen, wenn es nur tief genug formulierbar war, und wer als Psychoanalytiker sprach, dem wurde eine gewisse Aura zugeschrieben. Es waren diese Komponenten, die der Psychoanalyse ihre avantgardistische Position und v. a. öffentliche Aufmerksamkeit in den 70er und vielleicht noch in den 80er Jahren unseres Jahrhunderts verschafften; es waren diese Komponenten, die die Krise der Psychoanalyse mit verursachten. Sie handelten ihr den Verlust des Deutungsprimats ein in genau jenem Augenblick, als die Beobachtungen der Beobachter beobachtet wurden. Es ist gerade der Erfolg, mit dem psychoanalytische Deutungen alle Lebensbereiche durchdringen konnten, der sie selbst mit in die Krise trieb, denn über Ödipus, das Unbewußte, die »Spitze des Eisbergs«, Familienkrisen, menschliche Aggressivität, die »Bestie in uns« und über sexuellen Mißbrauch sprechen Talkmaster mittlerweile wirkungsmächtiger als Analytiker. Analytiker, die in Medien auftreten, müssen sich unvermeidlich deren Diktion fügen. Die einst innovativen Deutungen sind als Teil medialer Deutungsroutinen vereinnahmt und verflacht.

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