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Zeul, M. (1999). Editorial. Psyche – Z Psychoanal., 53(5):405-407.

(1999). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 53(5):405-407

Editorial

Mechthild Zeul

Die in diesem Heft versammelten Beiträge zeichnen eindrücklich das Spannungsverhältnis nach, in dem Ferenczis Werk anzusiedeln ist. Der Triebtheorie verpflichtet, die er biologisch fundierte und erweiterte, gibt er zugleich erste Anstöße für die Entwicklung einer Objektbeziehungstheorie aufgrund der Zentrierung seiner Aufmerksamkeit auf das unbewußt und bewußt motivierte Zusammenspiel zwischen Arzt und Patient im Hier und Jetzt der psychoanalytischen Behandlung. Seine Lust an der theoretischen Spekulation, die ihn engstens mit Freud verband, ist nicht von seinen technischen Experimenten zu trennen — und hier unterscheidet er sich von Freud —, die ihm dazu dienten, auch schwerst gestörte Patienten psychoanalytisch zu behandeln. So ist Ferenczis Schaffen in eine psychoanalytische Orthodoxie eingelassen, die er gleichzeitig nachhaltig in Frage stellt.

Die hier abgedruckten Arbeiten zeigen unmißverständlich, daß eine Ferenczi-Rezeption nicht möglich ist, ohne zugleich Stellung zu beziehen zu dem Totschweigen und den bösartigen Verunglimpfungen eines der kreativsten Pioniere der Psychoanalyse, eines eigenständigen Denkers, Freuds langjährigen Freundes, Weggefährten, Vertrauten, Gesprächsund Briefpartners. Carlo Bonomi berichtet über die von Jones im dritten Band seiner Freud-Biographie ausgestreuten Verleumdungen Ferenczis, die willig von der psychoanalytischen Community übernommen wurden.

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