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Hessing, J. (1999). Scheel, Kurt: Ich & John Wayne. Lichtspiele. Berlin (Edition Tiamat) 1998. 231 Seiten, 39,80 DM.. Psyche – Z Psychoanal., 53(7):692-694.

(1999). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 53(7):692-694

Scheel, Kurt: Ich & John Wayne. Lichtspiele. Berlin (Edition Tiamat) 1998. 231 Seiten, 39,80 DM.

Review by:
Jakob Hessing

Spätestens seit Kopernikus leben wir in der permanenten Revolution, und sie beschleunigt sich zusehends. In die Geschichte der ästhetik wird unser Jahrhundert vielleicht als das Zeitalter des Kinos eingehen: Als eine Frühphase technologischer Bildvermittlung, in der man noch in großen Sälen beieinandersaß und die ersten Filme als Kollektiverlebnis genoß. Aber alles geht vorbei, und auch das Jahrhundert des Kinos wird bereits ein Stück Erinnerung.

Kurt Scheel hält diesen Übergang fest, und er wehrt sich zugleich gegen ihn. Im seriösen Alltag ist er Mitherausgeber des Merkur, in seinem Buch aber frönt er einer Leidenschaft. In den hier gesammelten, teilweise zuerst in der tageszeitung erschienenen Texten geht er noch einmal ins Kino mit uns und hebt die Augenblicke eines Glücks ins Licht, das aus den wachgehaltenen Wünschen seiner Kindheit erwächst.

Mit Regression hat das nichts zu tun. »öfters als ein-, zweimal pro Monat« — so schreibt er — »gehe ich in den letzten Jahren kaum ins Kino. Neuerdings habe ich mir ein Videogerät zugelegt. Im Leben eines Filmeguckers ist das ein Einschnitt, der dem welthistorischen Übergang von der Jäger- und Sammlerexistenz zur Epoche der bäuerlichen Vorratswirtschaft entspricht; praktisch der Beginn der Kultur.« Die Wehmut unter der Ironie ist kaum zu Überhören, im spöttischen Gewand betrauert sie die Pionierzeit der Filmgeschichte, die Heroen des Anfangs, denen die seßhaften Bauern ins eroberte Land gefolgt sind. Es ist der Beginn der Kultur, und es ist der Verlust der Freiheit.

Für Kurt Scheel ist das Kino eine letzte Freistätte im Kulturbetrieb, oder so sollte es zumindest sein. »Ich bin«, bekennt er, »dezidiert der Ansicht, daß das Kino kein Ort von Pädagogik und Belehrung werden soll.«

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