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Kernberg, O.F. (1999). Plädoyer für eine »Drei-Personen-Psychologie«. Psyche – Z Psychoanal., 53(9-10):878-893.

(1999). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 53(9-10):878-893

Plädoyer für eine »Drei-Personen-Psychologie« Related Papers

Otto F. Kernberg

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Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Vorspohl

Helmut Thomä leitet seine durchdachte und umfassende Analyse mit der Feststellung ein, daß die Psychoanalyse gegenwärtig durch »Pluralismus, Subjektivismus und Eklektizismus« charakterisiert sei. Er begrüßt den Pluralismus, hegt gemischte Gefühle angesichts des Subjektivismus und steht dem Eklektizismus kritisch gegenüber. Was den heutigen Pluralismus angeht, so halte ich ihn ebenso wie Thomä für einen wichtigen Schritt in der wissenschaftlichen Entwicklung unseres Feldes; und ebenso wie er betrachte auch ich einen Eklektizismus, der die potentielle Inkompatibilität alternativer, derzeit berücksichtigter Modelle leugnet und die Notwendigkeit ignoriert, solche Unvereinbarkeiten systematisch zu untersuchen, äußerst kritisch. Was den Bereich des Subjektivismus betrifft, so möchte ich einige Punkte herauszuheben versuchen, zu denen ich eine andere Position vertrete und die meiner Meinung nach Anlaß zu wichtigen Fragen geben.

Zum Ausgangspunkt seiner Erläuterungen macht Thomä seine grundsätzliche Übereinstimmung mit Gills bedeutender Schlußfolgerung hinsichtlich der Übertragung. Gill (1982, S. 233) schreibt: »Ich bin nicht der Ansicht, daß die Übertragung in erster Linie als Entstellung der Gegenwart durch die Vergangenheit zu betrachten ist, sondern gehe davon aus, daß sie immer ein Amalgam aus Vergangenheit und Gegenwart bildet.

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