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PEP-Web Tip of the Day

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Séglard, D. (2001). Vaysse, Jean-Marie: L'Inconscient des Modernes. Essai sur l'origine métaphysique de la psychanalyse. Paris (Gallimard) 1999. 539 Seiten, 160 Frs.. Psyche – Z Psychoanal., 55(6):644-646.

(2001). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 55(6):644-646

Vaysse, Jean-Marie: L'Inconscient des Modernes. Essai sur l'origine métaphysique de la psychanalyse. Paris (Gallimard) 1999. 539 Seiten, 160 Frs.

Review by:
Dominique Séglard

Nach gängiger Lesart ist die Beziehung zwischen metaphysischem Denken und Psychoanalyse eine des gegenseitigen Ausschlusses. Danach stellt das metaphysische Denken in seinen Grundsätzen und seiner Entwicklung eine den Vorrang des Bewußtseins postulierende Metaphysik der Subjektivität dar. Auch wenn nach Descartes das Denken nicht völlig dem Bewußtsein durchsichtig ist, so ist es doch mit der Hypothese eines psychischen Unbewußten unvereinbar (vgl. die berühmten, von Sartre aufgenommenen Analysen Jaspers', die im vorliegenden Buch allerdings übergangen werden). Freud wiederum nimmt in dieser Sicht eine positivistische Deutung der Entstehung der Psychoanalyse vor, wobei er so weit geht, jeglichen substantiellen Einfluß philosophischen Denkens zurückzuweisen. Der Begriff des Unbewußten ist eine rein wissenschaftliche Hypothese, die dem philosophischen Denken nichts schuldet, ja die eine wissenschaftliche Erforschung des Ichs erlaubt, die uns von alten metaphysischen Illusionen befreit. Genau diese gängige Sicht will Vaysse in Frage stellen, indem er eine alternative Interpretation des Ursprungs »der Entdeckung des Unbewußten« vorschlägt. Zu diesem Zweck schreibt er nicht die »Vorgeschichte« der Psychoanalyse, sondern schildert die entscheidenden Etappen der Geschichte der modernen westlichen Metaphysik, d. h. seit Descartes und der Geschichte der Subjektivität, um so zu zeigen, daß die Philosophie und die Psychoanalyse sich keineswegs ausschließen, sondern im Gegenteil miteinander verknüpft sind, und daß gerade diese Verknüpfung das Unbewußte im Freudschen Sinn ermöglicht hat: »die moderne Philosophie hat vom Unbewußten gesprochen, ohne es zu wissen«, und »die Psychoanalyse hat Philosophie betrieben, ohne es zu wollen«.

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