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Bruns, G. (2001). Rationalisierung und Rationierung - ein neues Denken in der Medizin und seine Bedeutung für die Psychoanalyse. Psyche – Z Psychoanal., 55(7):738-751.

(2001). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 55(7):738-751

Kritische Glosse

Rationalisierung und Rationierung - ein neues Denken in der Medizin und seine Bedeutung für die Psychoanalyse

Georg Bruns

1. Rationalisierung und Rationierung in der Medizin

Max Weber (1922), einer der frühen Theoretiker der Moderne, hat als den zentralen Vorgang der Neuzeit die Rationalisierung beschrieben (vgl. Lash u. Whimster 1987). Lange Zeit herrschte allgemein die Ansicht vor, die Anwendung des Prinzips der formalen Rationalität müsse beschränkt bleiben auf die Sphären der Technik, Produktion und Verwaltung; Dienstleistungsbereiche, insbesondere solche der persönlichen Leistungserbringung, entzögen sich per se Rationalisierungsmechanismen. Insofern schien die Medizin, bestimmt von der persönlichen Beziehung zwischen Arzt und Patient sowie der Erbringung von Dienstleistungen, ein von Rationalisierungsprozessen weitgehend freies gesellschaftliches Reservat zu sein. Rationalisierung als Effizienzsteigerung schien sich auf ihre technische Seite zu beschränken.

Jetzt scheint ein neuer Rationalisierungsschub die Medizin nicht mehr nur in Form ihrer wachsenden Technisierung zu erreichen, sondern sie selbst als Subsystem der Gesellschaft auf ihre gesellschaftsbezogene Rationalität hin v.a. unter ökonomischen Gesichtspunkten, d. h. auch solchen der Rationierung, zu überprüfen. Ökonomische Gesichtspunkte bestimmen inzwischen Denken und Planen in der Medizin und für die Medizin nahezu völlig.

Für ein ökonomisch rationalisiertes System ist Krankheit höchst irrational, weil der Kranke sich jeder Produktivität und Gewinnschöpfung entzieht, statt dessen Kosten verursacht.

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