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Prokop, U. (2001). Stigma und Gewalt. Zu einigen Szenen aus Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone. Psyche – Z Psychoanal., 55(9-10):1119-1140.

(2001). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 55(9-10):1119-1140

Buch-Essay

Stigma und Gewalt. Zu einigen Szenen aus Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone

Ulrike Prokop

Michel Houellebecq wurde mit dem Roman Ausweitung der Kampfzone (1994) zum umstrittensten Autor der französischen Gegenwartsliteratur. Das Buch löste auch in Deutschland (1999) heftige Diskussionen aus. Der Roman Elementarteilchen folgte unmittelbar in deutscher Übersetzung (1999). Beide Texte haben ein gemeinsames Thema: den perfekten Sex, die innere Leere und die Gewalt.

Provozierend ist nicht nur die sezierende Beschreibung der Märkte von Karriere und Sexualität, sondern auch die Schuldzuweisung, die der Autor geradezu herausschreit: die Emanzipation der Frauen, die Selbstverwirklichung auf Kosten der Kinder zerstören die letzten Refugien der Humanität; alles wird austauschbar, und zugleich wächst der Haß als allgemeines Lebensgefühl.

Ohne Zweifel ist Houellebecq ein Provokateur. In seinen eigenen Worten (1999): »Ich gelte in Frankreich als Inkarnation des politisch Inkorrekten.« Und an anderer Stelle: »Meine Bücher werden nicht wörtlich genommen. Anstatt zu lesen, was ich geschrieben habe, werden die Romane in vorher festgelegte Kategorien eingeordnet. Zum Beispiel kritisiere ich das Böse — aber die Leute halten das für einen Scherz« (1999). Diese Bemerkung des Autors verdeutlicht zugleich die irritierende Lesewirkung. Die Sprache ist die der Groteske, voller Hohn und Spott.

Seine Provokation trifft das Zentrum der Probleme: die zunehmende, unverhüllte Gewalt, die sich im Inneren der Gesellschaft ausbreitet — zum Teil als Gewaltphantasien, zum Teil real in Szene gesetzt.

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