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Maciejewski, F. (2005). Wurde der Kleine Hans beschnitten? Entgegnung auf einen Kommentar von Adriaan de Klerk. Psyche – Z Psychoanal., 59(2):178-181.

(2005). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 59(2):178-181

Kontroverse

Wurde der Kleine Hans beschnitten? Entgegnung auf einen Kommentar von Adriaan de Klerk

Franz Maciejewski

In einer Fallreinterpretation des Kleinen Hans, Freuds berühmten ödipalen Musterfall, habe ich die Beschneidung als ein (vergessenes) Ereignis der prähistorischen Kindheitsperiode von Herbert Graf — so der richtige Name des jüdischen Knaben — eingeführt und als bedeutsames Moment seiner Krankengeschichte bewertet (Maciejewski 2002, 2003). Die These, wonach der ödipale Konflikt des Kleinen Hans nur aus dem traumatischen Erbe der Beschneidung wirklich verstanden werden kann (»traumatischer Ödipus«), setzt naturgemäß die Tatsache der Beschneidung als gegeben voraus. Genau an dieser Stelle hat der holländische Psychoanalytiker Adriaan de Klerk (2004) Einspruch erhoben. Zwar stützt er mit Verweis auf die Ergebnisse der experimentellen Säuglings- und Traumaforschung die These des Autors, daß sich die Säuglingsbeschneidung potentiell traumatisch auswirke, auf wünschenswerte Weise; zugleich stellt er jedoch in Frage, ob sich dies paradigmatisch am Fall des Kleinen Hans (anders als etwa am Fall des »Rattenmanns«) zeigen lasse, denn: »Nach meinen Informationen wurde der Kleine Hans als Säugling nicht beschnitten. Die israelitische Kultusgemeinde Wien ließ mich wissen, das von Herbert Graf zwar ein Geburtsdatum vorliegt, aber kein Brith Mila-Datum« (de Klerk 2004, S. 465).

Mit der Berufung auf die Autorität des Matrikelamtes der israelitischen Kultusgemeinde in Wien (dem Geburtsort von Herbert Graf) liegt de Klerk ohne Zweifel richtig.

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