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PEP-Web Tip of the Day

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Leuzinger-Bohleber, M. Fischmann, T. Pfenning, N. Läzer, K.L. (2009). Ambivalenz des medizinisch-technischen Fortschritts: Eine Untersuchung zu ethischen Dilemmata bei pränataler und genetischer Diagnostik. Psyche – Z Psychoanal., 63(2):189-213.

(2009). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 63(2):189-213

Ambivalenz des medizinisch-technischen Fortschritts: Eine Untersuchung zu ethischen Dilemmata bei pränataler und genetischer Diagnostik

Marianne Leuzinger-Bohleber, Tamara Fischmann, Nicole Pfenning und Katrin Luise Läzer

Alexander Mitscherlich hat sich immer wieder mit den Ambivalenzen auseinandergesetzt, die mit dem rasanten medizinisch-technischen Fortschritt verbunden sind. Die Autorinnen stellen sich in diese Tradition, wenn sie den Umgang mit solchen Ambivalenzen exemplarisch im Zusammenhang mit pränataler und genetischer Diagnostik untersuchen. In einer europaweiten Studie haben sie ein noch weitgehend tabuisiertes Thema aufgegriffen: die Möglichkeit von Eltern, über Leben und Tod eines eigenen, vielleicht behinderten Kindes zu entscheiden. Eine Fragebogenuntersuchung und rund 100 Interviews mit Betroffenen in Deutschland, England, Griechenland, Italien, Israel und Schweden zeigten, daß viele der Betroffenen diese Entscheidungssituation nicht nur als Überforderung, sondern als eine traumatisierende Situation erleben. Die Daten, die in den psychoanalytischen Interviews sowie in 1900 umfangreichen Fragebögen in den partizipierenden Ländern gewonnen wurden, bildeten die Basis eines intensiven interdisziplinären Dialogs zwischen Psychoanalytikern, Ethikern, Medizinern, Sozialpsychologen und Kulturanthropologen. Die Arbeit vermittelt einen Einblick in die empirischen und klinischen Ergebnisse der Studie sowie Überlegungen zu protektiven und Risikofaktoren bei Paaren, die einen späten, genetisch bedingten Abbruch einer Schwangerschaft oder aber eine Fortsetzung der Schwangerschaft mit einem vermutlich schwer behinderten Kind psychisch und psychosozial zu verarbeiten haben. Die Studie ist ein Plädoyer für eine humane, verstehende Medizin im Bereich der Pränataldiagnostik.

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