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Lorenz-Franzen, F. (2011). Ein Leben lang gewartet: Aus der psychotherapeutischen Behandlung einer 84-jährigen Patientin. Psyche – Z Psychoanal., 65(3):246-255.

(2011). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 65(3):246-255

Klinische Werkstatt

Ein Leben lang gewartet: Aus der psychotherapeutischen Behandlung einer 84-jährigen Patientin

Franziska Lorenz-Franzen

Der Anfang

Es war der Sommer vor ihrem 80. Geburtstag, als Frau K. telefonisch mitgeteilt wurde, dass ihre damalige Therapeutin im Urlaub tödlich verunglückt sei und sie sich, wenn sie Rat oder Hilfe brauche, an eine andere Therapeutin - ihr war mein Name genannt worden - wenden könne. Als ich etwa 4 Wochen später die kleine, zierliche, aber resolute alte Dame begrüße, überrascht sie mich damit, dass sie mir höflich, aber bestimmt mitteilt, dass sie meiner Hilfe nicht bedürfe. Sie müsse die Nachricht vom Tod von Frau X. erst mal verkraften. Wenn sie erneut Hilfe brauche, nehme sie das Angebot, hier sprechen zu können, aber gerne an. Punktum. Sie stand auf und verließ die Praxis.

Spontan erinnerte mich dieser Auftakt an Adoleszenten, die bisweilen jemanden brauchen, dem sie zeigen können, dass sie niemanden brauchen. Nach der Absage kündigte sie ihre Rückkehr an. Sie kehrte die passiv erlittene Situation aus der Beziehung zu ihrer früheren Therapeutin in eine bei mir aktiv gestaltete um. Ich nahm ihren Wunsch, bei Bedarf zurückzukehren, zur Kenntnis und sagte nichts. Mir blieb nur die Verwunderung darüber, wie unberührt sie vom Tod ihrer Therapeutin zu sein schien.

Zweifellos war mir Frau K. auf Anhieb sympathisch, verbarg sich doch hinter ihrer strengen Haltung und damenhaften Eleganz etwas Unerlöstes. Vielleicht reizte mich der Widerspruch zwischen der Würde, die sie ausstrahlte, und ihrer körperlichen Größe, die eher der eines Kindes entsprach.

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