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Binswanger, R. (2011). »Die Neurose ist sozusagen das Negativ der Perversion« - die bekannte Formel neu interpretiert. Psyche – Z Psychoanal., 65(8):673-698.

(2011). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 65(8):673-698

Hauptbeitrag

»Die Neurose ist sozusagen das Negativ der Perversion« - die bekannte Formel neu interpretiert

Ralf Binswanger

Die bekannte Formel Freuds ist Anlass, um Teile der Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie neu zu interpretieren. Ihre tiefe Bedeutung für das Verständnis bestimmter neurotischer Syndrome, zum Beispiel der latenten Homosexualität, wird für die gegenwärtige psychoanalytische Praxis freigelegt. Viele »sexuelle Abirrungen« erscheinen heute nicht mehr als pathologisch, sondern gehören entweder zum alltäglichen Sexualverhalten oder zu sexuellen Orientierungen, die per se so wenig krankhaft sind wie die Heterosexualität. Freuds Formel wird abgewandelt: Bestimmte Neurosen sind das Negativ der sexuellen Orientierung. Die Begriffe Sexualisierung, Erotisierung, Sublimierung und Desexualisierung können dadurch präziser gefasst werden. Der Perversionsbegriff wird als ungeeignet betrachtet, um sexuelle Orientierungen als solche zu benennen. Er wird neu konzipiert von der Erfahrung her, dass jedes sexuelle Erleben und Verhalten eine dialektische Einheit von Triebbefriedigung auf der einen und einer Vielzahl anderer Funktionen, Motivationen und Konfliktlösungsmuster auf der anderen Seite bildet. Von Perversion ist dann zu sprechen, wenn bei manifestem sexuellem Erleben und Verhalten nicht die Triebbefriedigung, sondern einer dieser anderen Aspekte die Führung übernimmt, also erlebens- und handlungsleitend wird. Das kommt bei allen sexuellen Orientierungen vor, insbesondere auch bei der Heterosexualität.

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