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Riepe, M. (2018). Benslama, Fethi: Der Übermuslim. Was junge Menschen zur Radikalisierung treibt. Aus dem Französischen von Monika Mager und Michael ­Schmid. Berlin (Matthes & Seitz) 2017. 141 Seiten, €18,00.. Psyche – Z Psychoanal., 72(5):418-421.

(2018). Psyche – Zeitschrift für Psychoanalyse, 72(5):418-421

Benslama, Fethi: Der Übermuslim. Was junge Menschen zur Radikalisierung treibt. Aus dem Französischen von Monika Mager und Michael ­Schmid. Berlin (Matthes & Seitz) 2017. 141 Seiten, €18,00.

Review by:
Manfred Riepe

In seinem Essay geht Fethi Benslama der Frage nach, »was junge Menschen zur Radikalisierung treibt«. Der profilierte französische Islamismusforscher verknüpft dabei langjährige therapeutische Erfahrungen mit Heranwachsenden aus den Pariser Banlieues mit historisch-soziologischen Exkursen und einer pychoanalytischen Perspektive. Seine Überlegungen kreisen um zwei Grundprobleme, die sich als zwei Seiten einer Medaille erweisen: das Verhältnis des Islam zum Politischen und seine Haltung gegenüber Frauen. Der Autor arbeitet heraus, dass die landläufige Auffassung eines »politischen Islam« auf einer Verkennung basiert, die er im Hinblick auf den islamistischen Extre mis mus analysiert.

Mit dem Titel seines Buches Der Übermuslim, 2016 auf Französisch erschienen, bezeichnet er junge Männer, zwei Drittel von ihnen zwischen 15 und 25 Jahre alt, die an der Schwelle zur Adoleszenz die Neuverortung als geschlechtliche Wesen in der sozialen Welt verfehlen. Zwanghaft übersteigerte Religiosität soll diese Leere kompensieren. Diese individualpsychologische Perspektive ist für sich genommen nicht originell, weil nicht alle jungen Männer, die während der Pubertät in eine Krise geraten, sich in die Luft sprengen, um andere mit in den Tod zu reißen. Das Problem der adoleszenten Konfrontation mit der Fremdartigkeit des Sexuellen wird jedoch bedeutsam, weil der Autor es mit einer massenpsychologischen Sicht verknüpft. Der Radikalisierte, der im Selbstmordattentat seine Verwirklichung findet, »als würde der gewählte Tod das Subjekt vor seiner Vernichtung retten« (S. 47), versucht nämlich ein Problem zu lösen, das im Islam selbst wurzelt. Deshalb sei die Rhetorik salafistischer Hassprediger passgenau auf die Krisensituation Jugendlicher zugeschnitten.

Die Entstehung dieses muslimischen Fanatismus rückt der Autor mittels einer Zeitungsnotiz aus dem Courrier de l’Égypte vom 22.

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