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Riklin, F. (1911). II. Eine Lüge. Zentralblatt für Psychoanalyse, 1(5-6):193-199.
    

(1911). Zentralblatt für Psychoanalyse, 1(5-6):193-199

II. Eine Lüge

F. Riklin

Herr N. Z., mit dem ich mich in der folgenden Erzählung der Einfachheit der analytischen Darstellung halber verdichte, berichtet mir über einen anscheinend trivialen Miethausklatsch:

Seit mehr als einem Jahre habe ich mit meiner Frau, zwei kleinen Kindern und einem Dienstmädchen meine gegenwärtige Wohnung inne. Wir sind die einzige Familie mit Kindern im Haus. Über uns wohnt eine lebhafte ältere alleinstehende Dame, mit der wir oft verkehren und in deren Seelenleben ich manchen Einblick tun konnte. Als wir seinerzeit den Neubau bezogen, beklagte sie sich oft, dass die Haustüre unten häufig nicht geschlossen sei, es könne ins Haus eindringen, wer wolle; sie wünschte die Anbringung eines automatischen Türschliessers. Ging sie aus, so wurden ihre Türen immer in sehr gründlicher Weise zugesperrt und die Zimmerschlüssel verborgen, damit nicht gestohlen werde, und sie wunderte sich, dass wir in dieser Beziehung so leichtsinnig seien. Auch lag es ihr nicht recht, dass die Korridorabschlüsse ziemlich grosse Glasscheiben besassen, die viel zu wenig undurchsichtig seien und die man leicht erbrechen könnte. Begleitete ich sie einmal vom Theater nach Hause, so fiel ihr auf, wie da und dort leicht ein Mann in eine Parterrewohnung dringen könnte und dass sie es nicht haben möchte, wie die Leute hier und dort, durch deren hellerleuchtete Fenster man von der Strasse her einen gewissen Einblick in die Zimmerausstattung erhielt. Derartige Gedankengänge traten bei ihr bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund, und als einmal eine der vier nicht mehr sehr jungen Fräuleins Gisler, welche eine weitere Etage des Hauses bewohnen, erklärte, ihr sei eine Taschenuhr abhanden gekommen, nahm sie diese Botschaft mit grösser seelischer Beteiligung auf und erzählte sie mit ebenso grösser Anteilnahme weiter. Jedenfalls wurde jetzt beim Hausbesitzer die Anbringung des automatischen Haustürschliessers erreicht. Die Uhr war zwar nie gestohlen worden, sondern kam gelegentlich in aller Stille wieder zum Vorschein.

Ernsthafter

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