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Loquens (1914). Selbstbeobachtungen eines Stotterers. Zentralblatt für Psychoanalyse, 4(7-8):414-415.
    

(1914). Zentralblatt für Psychoanalyse, 4(7-8):414-415

Selbstbeobachtungen eines Stotterers

Loquens

Welch wertvolles Heilmittel die Psychoanalyse für den Neurotiker bildet, lässt sich erst ermessen, wenn aus allen Vorfällen seines täglichen Lebens und seien es die harmlosesten — die verschwiegenen Gründe des Leidens ans Tageslicht gehoben werden.

Als Beispiel mögen meine eigenen Selbstgespräche dienen, die an sich nichts Absonderliches — doch deutlich auf die Existenz gewissermassen eines zweiten Ichs verweisen. Ich gebe sie in folgender Form wieder.

|: Ich zeige auf der Strasse spazierengehend meinem zweiten Ich einige architektonisch hervorragende Gebäude. Ich spreche dabei manchmal nur in Gedanken, dann wieder halblaut vor mich hin :|: „Siehst du, ein hübsches Haus! Das habt ihr nicht, ihr armen Schlucker. Dergleichen gibts nur da, in der Provinz |: ich bin in der Provinz geboren und verlebte dort 16 Jahre :| würde z. B. dieses hier Aufsehen erregen. Ja, ja, bewundere nur, mir ists recht.”

„Der Mann da, nicht wahr, sehr elegant. Ich möchte ihn doch einmal in X sehen, wie die Leute gaffen und ihn einen Gecken nennen würden! Armer Teufel, an dem Anblick musst du dich gewöhnen. Das ist in unserem Wien etwas ganz Gewöhnliches.”

„Hier Pathefon! Lies: Pathefon-Konzertsalon. Sehr hübsch und Parfümgeruch. Da kannst du närrisch werden, wenn du willst.”

|: Ich empfinde eine lebhafte Freude, wenn ich meinem zweiten Ich dergestalt dozierend vorangehen kann. Daher wohl auch mein Hang, allein auch durch die schmutzigsten Gassen zu gehen; ihm die halbverfallenen Häuser neben den Palästen zu zeigen und zu sagen:

„Du, möchtest du hier wohnen. Ich verstehe nicht, wie die Leute in diesen Löchern alt werden können. Hm, schau, wie merkwürdig! Gehen wir!”

Und einträchtig spazieren wir weiter, bis es bei der Begrüssung mit einem Freunde meines Vaters oder einem älteren Herrn als ich plötzlich widerspenstig wird. Es sagt:

„Du wirst doch nicht mit ihm sprechen! Und zerrt mich und presst mir die Kehle zu, ich erschrecke und meine Antwort auf einen freundlichen Gruss wird ein verlegenes Stammeln.

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