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Gross, O. (1914). I. Über Destruktionssymbolik. Zentralblatt für Psychoanalyse, 4(11-12):525-534.
    

(1914). Zentralblatt für Psychoanalyse, 4(11-12):525-534

Originalarbeiten

I. Über Destruktionssymbolik

Otto Gross

Ich leite die folgenden Ausführungen mit drei konkreten Beispielen ein und bemerke vorher, dass diese nur der Exemplifizierung dienen sollen und nicht als beweisendes analytisches Material.

1. Herr Dr. Neumann von der schlesischen Landesirrenanstalt Troppau erzählt mir folgende Beobachtung:

Ein 6 jähriges Mädchen wird beim Spiel von einem älteren Knaben plötzlich und unerwartet von rückwärts durch einen Stoss zu Boden geworfen. Sie fällt auf ein Knie und zieht sich eine unbedeutende äussere Verletzung zu. Im Anschluss daran verbleibt ihr eine Streckkontraktur im betroffenen Kniegelenk, die sich als eindeutig psychogen erweisen und suggestiv zur Lösung bringen lässt.

In diesem Falle konnte eine psychoanalytische Untersuchung nicht vorgenommen werden. Allein der Fall ist von so klassischer Einfachheit, der Krankheitsaufbau derart übersichtlich und für den Kenner derart selbstverständlich, dass eine nähere Besprechung hier wohl nur aus Gründen des Zusammenhanges stattfinden soll.

Vergegenwärtigen wir uns die psychologischen Tatsachen, die Freud als „infantile Theorien” von Koitus und Geburt beschrieben hat und die zurzeit wohl jedem Analytiker als jenseits alles Zweifels gelten müssen, sö ist der innere Sinn des Krankheitsbildes und Krankheitszieles von selbst gegeben.

Die Lehre Freud's von den „infantilen Sexualtheorien” besagt, dass der Geschlechtsverkehr in der Vorstellung der Kinder habituell in dem Bilde einer Vergewaltigung welcher Art immer der Frau durch den Mann, im Bilde eines wie immer gearteten sadistischen Aktes sich wiederspiegelt, und dass sich Geburt und Schwangerschaft im infantilen Vorstellungsleben als Krankheit, Operation, Verwundung oder Tod projizieren. Die Tatsache dieser infantilen Symbolisierung ist mythologisch von Otto Rank, vor allem aus Märchenmotiven, auf das Bestimmteste nachgewiesen worden. Wie diese infantilen Bilder von Sexualität und Geburt entstehen, warum sie regelmässig geradeso zustande kommen und was aus dieser psychologischen Tatsache für Schlüsse zu ziehen sind, soll später behandelt werden.

Der Fall, den ich berichtet habe, enthält die unmittelbare Umsetzung dieser infantilen Sexualauffassung in lebendiges Geschehen.

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