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(1936). Vorträge und Vorlesungen in Basel. Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik, 10(6):392-393.

(1936). Zeitschrift für psychoanalytische Pädagogik, 10(6):392-393

Vorträge und Vorlesungen in Basel

I

In der 8. Jahresversammlung der staatlichen Schulsynode in Basel am 1. und 2. Dezember 1936 hielt Vorstand August Aichhorn (Wien) einen Vortrag über das Thema:

„Wie versucht das Kind die Realitätsforderungen zu bewältigen und welche Hilfen können ihm Lehrer und Erzieher dabei geben?”

Unter anderem führte der Vortragende folgendes aus: Es gab eine Zeit, in der der Mensch wesentlich Naturwesen war und sich nur zu behaupten vermochte, wenn er über eine gewisse primitive Realitätsfähigkeit verfügte. Aus dieser ist dann die Kulturfähigkeit hervorgegangen. Das Kind durchläuft noch einmal beide Phasen der Entwicklung, dies aber nicht im zeitlichen Nacheinander, sondern Nebeneinander. Die Verknüpfung von Lust-Unlusterlebnissen (auf übermäßiges lustvolles Obstessen folgt unlüstvolles Bauchweh) zwingt das Kind auch ohne Zutun der Erwachsenen in die primitive Realitätsanpassung hinein. Die Erziehung aber ist die Steigerung der Anpassungsfähigkeit zur Kulturfähigkeit. Diese ist für das Kind nicht durch Anpassung allein, sondern nur durch Erfahrung erreichbar. Nun wäre Erziehung, also Erreichung der Kulturfähigkeit sehr einfach, wenn es gelänge, die automatische Verknüpfung von Lust und Unlust im sozialen Verhalten zu garantieren. Das ist aber unmöglich. Die lustvolle Übertretung von Verboten kann erst dann zum unlustvollen Erlebnis werden, wenn von außen her geahnet wird, was aber praktisch nur unter besonderen Umständen möglich ist. Würde sich im Kind nicht eine kritische Instanz ausbilden, die die Regungen des Inneren wie ein Aufpasser beobachtet und kritisiert, so wäre es um die Kulturfähigkeit der Menschen schlecht bestellt. Das Über-Ich hat die kulturellen Weisungen und Verweisungen übernommen und reagiert auf lustvolle Übertragungen, ja selbst auf den Versuch durch Erregung des Schuldgefühls. Keine Erziehung kann auf Erweckung bewußter Schuldgefühle verzichten.

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